Aus der Geschichte lernen – Verantwortung für die Zukunft
Unter diesem Leitsatz ist ein besonderes pädagogisches Profil für den Friedensort erarbeitet worden. Gruppen, die sich mit dem Themenkomplex der Verfolgung im Nationalsozialismus am Beispiel der Gedenkstätte Bergen-Belsen beschäftigen wollen, wird Unterstützung und Beratung bei der Planung, Organisation und Durchführung der Maßnahmen angeboten. Dabei ist es möglich, dass dies in der Gesamtheit eines Seminars oder nur in Teilbereichen stattfindet, ganz wie es gewünscht wird. Wir legen viel Wert darauf, zu versuchen die Begleitung so bedarfsorientiert und dialogisch wie möglich an die Interessen und Fragen der Teilnehmenden anzupassen. Die pädagogische Arbeit wird von unserem Jugendbildungsreferenten Tim-Jonas Beisel verantwortet, ein Team ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen unterstützt ihn dabei.
Pädagogischer Ausgangspunkt der Arbeit ist dabei die Gedenkstättenpädagogik. Zwar gibt es noch keine eigene Theorie für diese Arbeit, jedoch haben viele Mitarbeitende und Leitungen von Gedenkstätten sich über die letzten Jahrzehnte Gedanken zu einem pädagogischen Umgang in Gedenkstätten gemacht. Ausgangspunkt dafür sind die Erfahrungen, die das Personal an Gedenkstätten und anderen Bildungsträgern im Umgang mit Gruppen macht. Es gibt drei inhaltliche Bausteine, die die Gedenkstättenpädagogik vermitteln möchte:
- Historisches- und fachspezifisches Wissen vermitteln
- Gedenken ermöglichen
- Demokratiebildung
Methodisch fußt die Gedenkstättenpädagogik, so wie andere historisch-politische Bildungsansätze auf dem Beutelsbacher Konsens und der Frankfurter Erklärung. Das bedeutet, dass Wert daraufgelegt wird, die Teilnehmenden nicht zu überfordern, oder zu emotionalisieren, sie freiwillig an den Seminaren teilnehmen zu lassen, denn nur durch Freiwilligkeit kann Interesse entstehen, und ihre eigenen Perspektiven und Fragen mit in die Seminare einzubeziehen.