Örtlich beschäftigt sich der Friedensort mit der Gedenkstätte des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Der Ort bietet sich als Lernort für Gruppen an, da er in vielen Fällen Erwartungshaltungen und Vorstellungen, mit denen Gruppen kommen, irritiert. Die Fläche des ehemaligen Lagergeländes ist heutzutage eine große freie Fläche, auf der durch dezente Landschaftsarchitektur versucht wird, die Dimensionen des früheren Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers darzustellen, ohne Gebäude zu rekonstruieren. Baracken, Wachtürme und Zäune sind nicht zu sehen. Dies fordert die Erwartungshaltung vieler Besucher*innen heraus und ermöglicht eine andere pädagogische Annäherung an den Ort, der auf den ersten Blick weniger erschlagend wirkt.
Die Geschichte des Ortes beginnt bereits 1935 als für Arbeitskräfte des zu bauenden Truppenübungsplatzes der Wehrmacht Unterkünfte gebaut werden. Diese werden dann nach Beginn des zweiten Weltkriegs ab 1940 von der Wehrmacht für Kriegsgefangene genutzt. Ab 1943 übernimmt die SS einen Teil des Geländes und fängt an zuerst ein sogenanntes „Austauschlager“ zu errichten. Es folgen bis zur Befreiung des Lagers am 15.04.1945 ständige Erweiterungsprozesse des Konzentrationslagers mit einem Lager für männliche und einem Lager für weibliche Häftlinge, sowie die Phase des sogenannten „Auffang- und Sterbelagers“, in der Bergen-Belsen genutzt wird um Gefangene aus bereits befreiten Konzentrationslagern weiter gefangen zu halten. Nach der Befreiung des Lagers wird der ehemalige Truppenübungsplatz der Wehrmacht zu einem „Displaced Persons“ Camp mit einem Teilbereich für Jüdinnen und Juden, und einem für Polinnen und Polen.
Die britische Armee legt bereits 1945 fest, dass es in Bergen-Belsen einen Gedenkort geben soll. Dieser Gedenkort wird von einem internationalen Komitee auch aus Überlebenden gestaltet und 1952 eingeweiht. Der Ort wird sukzessive erweitert, und von dezentralen Akteur*innen bespielt, bis 1985 der niedersächsische Landtag beschließt, das bestehende Besuchendenzentrum zu vergrößern und festes pädagogisches und wissenschaftliches Personal einzustellen. 2007 wird das heutige Dokumentationszentrum eingeweiht. Mehr Informationen zur Entstehung der Gedenkstätte finden Sie auf der Website der Gedenkstätte: https://www.bergen-belsen.de/geschichte/geschichte-gedenkstaette